Leserbrief: Unterlassene Hilfeleistung – Breisach darf nicht ohne Notfallversorgung bleiben
zum 1. Januar 2025 soll die Notfallversorgung in Breisach geschlossen werden. Was offiziell als „betriebswirtschaftliche Entscheidung“ dargestellt wird, ist in Wahrheit eine unterlassene Hilfeleistung – im moralischen Sinne.
Wenn Menschen im Notfall keine schnelle medizinische Hilfe mehr erhalten, weil wirtschaftliche Interessen wichtiger sind als das Wohl der Bevölkerung, dann versagt das System. Gesundheit ist keine Ware. Sie darf nicht dem Aktienkurs von Fresenius SE geopfert werden.
Der Kreistag Breisgau-Hochschwarzwald und das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg tragen eine klare Verantwortung: Sie müssen sicherstellen, dass auch in Breisach und dem westlichen Kaiserstuhl eine funktionierende Notfallversorgung gewährleistet bleibt.
Wer jetzt untätig bleibt, nimmt in Kauf, dass im Ernstfall wertvolle Minuten verloren gehen – Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können.
Unterlassene Hilfeleistung geschieht nicht nur auf der Straße, wenn jemand am Boden liegt und keiner hilft. Sie geschieht auch in Sitzungssälen, in Vorstandsetagen und in Ministerien – wenn Menschen, die handeln könnten, nichts tun.
Breisach verdient Hilfe, nicht das Schweigen der Verantwortlichen.
Iris Stellmacher, 15.10.2025
